Tyrannei vom Lande

[Triggerwarnung: Gewalt gegen Frauen*]

Gedanken zu einem Artikel über ritualisierte Gewalt an Frauen, der als romantisches Gruselmärchen in der „Feiern weltweit“-Rubrik auf Spiegel Online erscheint. Ein Versuch, zu erklären, was deutsche rapeculture sein kann.

Auf Spiegel Online vom 6.12.2013 erschien ein Artikel – eine gekürzte Fassung eines im mare-Magazins erschienenen Texts, den ihr über eine Suchmaschine finden könnt. Es geht um den Brauch auf Borkum, dass an Nikolaus die 6 schnellsten und stärksten jungen Männer hinter Masken versteckt über die Insel rennen und junge Frauen fangen, denen sie dann den Hintern versohlen und sie demütigen. Weiterlesen

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Frauen*vor_bilder: Nichts verändert seit 200 Jahren?

Im 19. Jahrhundert gab es Geschenkbücher für Frauen, die Bilder von reichen, für Männer zurechtgehübschten Frauen zeigten – das durfte ich in einem Seminar zu Autorinnen der britischen Romantik herausfinden. Genau das gleiche zeigt auch ein Großteil der Frauen*zeitschriften des 21. Jahrhunderts. Wie die Zeit (nicht) vergeht!

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden eine Menge Geschenkbücher hauptsächlich für Frauen der Mittelklasse produziert. Hauptanreiz, diese Bücher zu kaufen, waren Abbildungen von meist adeligen Frauen, die nicht unbedingt keusch und züchtig dargestellt waren, sondern mit großen Ausschnitten und schmachtenden Blicken auch als physisch begehrenswert porträtiert wurden. Dazu hatte ich in meinem essay einiges zu zu sagen, vom male gaze bis zu widersprüchlichen Erwartungen, aber vor allem eines: Durch diese Bilder wurde die Erwartung an die Leserinnen kommuniziert, für Männer begehrenswert zu sein. Schön anzusehen, Schmuckstück und Besitz sein war eine Eigenschaft, die über alle anderen Eigenschaften geschätzt wurde.
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Sexismus entlarven: Der Egalia-Test

Kennt ihr das Gefühl, dass dieses Poster, dieser Kommentar, diese Argumentation sich irgendwie sexistisch anfühlt? Ihr es aber nicht sofort konkret benennen könnt? Euer Bauchgefühl „mieses Patriarchat“ schreit, aber gleich die ganzen „Ist doch nicht so schlimm“-Stimmen dagegen anflüstern? Gerade, wenn mensch anfängt, sich mit Feminismus zu beschäftigen, kann das sehr irritierend sein. Mir hilft in solchen Situationen der von mir so genannte Egalia-Test.

Was ist Egalia? Die Idee stammt aus dem erstmals 1970 erschienenen Roman „Die Töchter Egalias“ von der Norwegerin Gerd Brantenberg. In dem Buch wird eine Gesellschaft beschrieben, in der angebliche Gleichberechtigung herrscht frauscht. Weiterlesen