Über Queer Sprechen

Wie viele andere bin ich über die Feiertage zu meiner Herkunftsfamilie gefahren. Ich hab viele Geschichten gehört und gelesen, von anderen Menschis und wie sie diese Zeit so überstehen. Manche hatten überraschend gute Coming Outs gehabt und waren sehr erleichtert. Andere haben sich ebenfalls gut verstanden und ein Coming Out als Non-Binary zum ersten Mal in Erwägung gezogen. Wieder andere hatten sehr zu kämpfen und sind froh, wenn sie wieder zu Hause sind.

Bei mir stand gerade kein Outing an. Einige habe ich hinter mir, manche liefen sehr gut und Weiterlesen

LGBTQ* in Kinder- und Jugendbüchern

Hier ein paar Gedanken zu Büchern, die ich entweder selbst als Kind gelesen habe oder auf die ich bei meiner Recherche für die Bachelorarbeit gestoßen bin. Die Frage war, ob es auf deutsch Kinderbücher gibt, die als queer bezeichnet werden könnten, und wie diese entstehen, Verbreitung finden usw. Im Folgenden geht es nicht so sehr um die Ergebnisse von der Arbeit, sondern mehr um meine Gedanken drumherum und persönlichen Erfahrungen lesbischen, bisexuellen, schwulen oder genderbending Identifikationsfiguren. Ich freue mich über eure eigenen Erinnerungen und Erfahrungen in den Comments! Weiterlesen

Sag mir, dass die in Wirklichkeit lieb sind…

Mittlerweile habe ich diese Anekdote von verschiedenen Männern in unterschiedlichen Städten 3 Mal mit nahezu identischem Wortlaut erzählt bekommen. Ist das ein weiterreichendes Phänomen? Es geht so: Ich (weiblich, offen feministisch & Frauen* bevorzugend) treffe einen schwulen Typen und wir unterhalten uns. Dann erzählt er mir folgende Geschichte:

Neulich war ich auf dieser alternativen von FLT* organisierten Party. Erstmal hab ich mich gewundert, weil fast nur Frauen da waren. So richtige (hehe ähm) Kampflesben (unsicheres Grinsen). Die sahen echt so aus und waren auch so drauf. Als wir die aus Versehen angerempelt haben, sind die sauer geworden und meinten, wir sollten doch aufpassen. Dabei war es doch gar nicht mit Absicht. Da hatte ich echt ein bisschen Angst.

Es folgt ein erstauntes Schweigen meinerseits und Weiterlesen

Reibung

Nachdem ich nun meine ersten Artikel gepostet habe, mir meine Themenwahl und meinen Standpunkt auf dem Bildschirm ansehe, sehe ich einiges klarer und möchte euch das nicht vorenthalten:

Eines der Schwerpunktthemen ist queer/queer sein/Gender- und Geschlechtsidentität. Und trotzdem schreibe ich die ganze Zeit über Frauen* und Männer*. Dabei sagt mein Verstand eigentlich, wenn es um queer geht, müsste das irgendwie postgender sein: Es gibt nicht Frauen* und Männer*, sondern Identitäten. Zugewiesenes Geschlecht und darüberhinaus vor allem großartige Persönlichkeiten. Aber was ich beschreibe, ist nicht welche Diskriminierungen ich erfahre – denn ich passe als straight uvm. – oder wie mies die Umstände in der Gesellschaft sind. Dies lese ich bei euch, schätze den Input sehr und teile die Wut.

Ich beschreibe, wie ich mich reibe an Vorstellungen von Geschlecht und Gender. Wie ich versuche, mit Begriffen zurecht zu kommen und mit Erwartungen.

Außerdem seht ihr viel weniger theoretisch einer jungen Person dabei zu, wie sie versucht, inmitten von Liebe, Freundschaft und Anziehung ihren Platz zu finden. Themen wie Outing, Dating, Beziehungen im Kontext von sexueller Orientierung oder Identität und LGBTQ*_ bekommen hier viel Raum und sind wie alles andere da zum Lesen, Nachdenken und Erfahrungen vergleichen.

Meint sie es ernst? Erfahrungen beim Feiern mit Frauen*

In lesbischen Zusammenhängen habe ich öfters, z.B. beim Weggehen, die Warnung oder Angst ausgesprochen gehört: Vorsicht bei bisexuellen Frauen oder Frauen, die eigentlich nicht auf Frauen stehen. Sie wollen eine nur ausnutzen und sind schnell wieder weg – mit einem Typen. Hier werden meiner Meinung nach grundlegende Dinge durcheinander geworfen.

Zunächst eine Beispiel-Schilderung der nervigen Situation, die hier gemeint ist: Ich flirte auf einer queeren, schwulLesBischen oder FLT-Party mit einer Frau, wir tanzen und küssen uns, unterhalten uns und irgendwann fällt der berüchtigte Satz: Normalerweise stehe ich ja gar nicht auf Frauen. Wahlweise auch: Bist du wirklich lesbisch? Weiterlesen

Ich will auch mal in eine Schublade passen!

[Titel geändert am 13.02.2013]
Auf dem Weg sein heißt auch, auf dem Weg zu meiner sexuellen Orientierung. Manchmal fühle ich mich da sehr… orientierungslos. Eigentlich ist es klar: ich liebe Menschen, ich steh auf Frauen* und manchmal auch auf Männer*, ich finde Leute aller möglichen Geschlechter attraktiv, wenn die Personen mit sich übereinstimmen. Wenn Weiterlesen

Queerdenken: Alles auf Anfang

Go tell your friends I’m still a feminist! Seit ca. einem Jahr ist das wahrer als je zuvor. Ich habe (queer-,)feministische Freund_innen kennengelernt und mich als Frauen_*-liebend geoutet, doch dazu später mehr. Ich bin jung, wie man so sagt, und gerade auf dem Weg: mich mit den Dingen zu beschäftigen, die mich interessieren, und meine Identität kennenzulernen. In mir sieht es gerade aus wie eine Mischung aus Baustelle und Spielplatz. Sind Baustellen nicht sowieso immer die aufregendsten Spielplätze gewesen? Weiterlesen