„Frauen als Belohnung“? Gender und Videospiele (Teil 1)

Ein neues Video ist im August in der Reihe “Tropes vs. Women in Videogames” der Medienkritikerin Anita Sarkeesian erschienen. Wenn ihr dem Link folgt, findet ihr dort unter dem Video auch ein komplettes Skript des Textes, den sie im Video spricht. Die frei zugänglichen Videos, die Teil des Vlogs Feminist Frequency sind, wurden durch eine Crowdfunding-Kampagne finanziert, die viel Kritik auf sich zog, da sie Geschlechterrollen, besonders Frauen*charaktere, und Gender in Videospielen kritisch Weiterlesen

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Nichts für Frauen? Gender und Videospiele (Teil 2)

Hier geht es zu Teil 1

In Teil 2 meines Feedbacks geht es zum Einstieg um einen Videobeitrag von 2013 von einer Independent-Spieleentwicklerin, Ola, die kritisiert, dass bei Feminist Frequency Spiele-Entwickler persönlich als die direkt Verantwortlichen für in Videospielen re_produzierten Sexismus gelten. Der Grund, warum ich mich mit diesem Video Weiterlesen

Still Loving Bi

[English abstract: see below]

Seit den ersten Beiträgen hat sich das Thema Bifeindlichkeit, oft unausgesprochen, auf diesem Blog durchgezogen. Seitdem habe ich viele Gespräche darüber geführt, mit Menschen von Twitter, mit Freundinnen, mit Partnerinnen. Auch nahm ich an einem Workshop von zwei Freundinnen an der Uni Mainz teil, der auf dem Konzept Monosexismus und, wenn ich mich richtig erinnere, zu Teilen auf Shiri Eisners Buch „Notes for a Bisexual Revolution“ beruhte. Von einer der Workshop-Leiterinnen erfuhr ich auch, dass das so oft vorgebrachte Argument für Bifeindlichkeit – nämlich, dass es Weiterlesen

Zitat

Laurie Penny: „Unspeakable Things“ (2014) – Eine feministische Lese-Empfehlung, die nur aus Zitaten aus dem Buch besteht und damit für sich selbst spricht <3

„This is for the others, as one of the others, as one of those who will never be satisfied with good enough, with free enough, with equality for some. This is for the unspeakable ones, the unnatural ones, the ones who upset people. Who do not do as they are told. Who speak when they shouldn’t and refuse to smile when they are supposed on demand. Who are weird and always want too much. If you’re one of those, or think you might be, this book’s for you.“ (p. 4-5)

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Tyrannei vom Lande

[Triggerwarnung: Gewalt gegen Frauen*]

Gedanken zu einem Artikel über ritualisierte Gewalt an Frauen, der als romantisches Gruselmärchen in der „Feiern weltweit“-Rubrik auf Spiegel Online erscheint. Ein Versuch, zu erklären, was deutsche rapeculture sein kann.

Auf Spiegel Online vom 6.12.2013 erschien ein Artikel – eine gekürzte Fassung eines im mare-Magazins erschienenen Texts, den ihr über eine Suchmaschine finden könnt. Es geht um den Brauch auf Borkum, dass an Nikolaus die 6 schnellsten und stärksten jungen Männer hinter Masken versteckt über die Insel rennen und junge Frauen fangen, denen sie dann den Hintern versohlen und sie demütigen. Weiterlesen

Frauen*vor_bilder: Nichts verändert seit 200 Jahren?

Im 19. Jahrhundert gab es Geschenkbücher für Frauen, die Bilder von reichen, für Männer zurechtgehübschten Frauen zeigten – das durfte ich in einem Seminar zu Autorinnen der britischen Romantik herausfinden. Genau das gleiche zeigt auch ein Großteil der Frauen*zeitschriften des 21. Jahrhunderts. Wie die Zeit (nicht) vergeht!

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden eine Menge Geschenkbücher hauptsächlich für Frauen der Mittelklasse produziert. Hauptanreiz, diese Bücher zu kaufen, waren Abbildungen von meist adeligen Frauen, die nicht unbedingt keusch und züchtig dargestellt waren, sondern mit großen Ausschnitten und schmachtenden Blicken auch als physisch begehrenswert porträtiert wurden. Dazu hatte ich in meinem essay einiges zu zu sagen, vom male gaze bis zu widersprüchlichen Erwartungen, aber vor allem eines: Durch diese Bilder wurde die Erwartung an die Leserinnen kommuniziert, für Männer begehrenswert zu sein. Schön anzusehen, Schmuckstück und Besitz sein war eine Eigenschaft, die über alle anderen Eigenschaften geschätzt wurde.
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Sexismus entlarven: Der Egalia-Test

Kennt ihr das Gefühl, dass dieses Poster, dieser Kommentar, diese Argumentation sich irgendwie sexistisch anfühlt? Ihr es aber nicht sofort konkret benennen könnt? Euer Bauchgefühl „mieses Patriarchat“ schreit, aber gleich die ganzen „Ist doch nicht so schlimm“-Stimmen dagegen anflüstern? Gerade, wenn mensch anfängt, sich mit Feminismus zu beschäftigen, kann das sehr irritierend sein. Mir hilft in solchen Situationen der von mir so genannte Egalia-Test.

Was ist Egalia? Die Idee stammt aus dem erstmals 1970 erschienenen Roman „Die Töchter Egalias“ von der Norwegerin Gerd Brantenberg. In dem Buch wird eine Gesellschaft beschrieben, in der angebliche Gleichberechtigung herrscht frauscht. Weiterlesen