Über Queer Sprechen

Wie viele andere bin ich über die Feiertage zu meiner Herkunftsfamilie gefahren. Ich hab viele Geschichten gehört und gelesen, von anderen Menschis und wie sie diese Zeit so überstehen. Manche hatten überraschend gute Coming Outs gehabt und waren sehr erleichtert. Andere haben sich ebenfalls gut verstanden und ein Coming Out als Non-Binary zum ersten Mal in Erwägung gezogen. Wieder andere hatten sehr zu kämpfen und sind froh, wenn sie wieder zu Hause sind.

Bei mir stand gerade kein Outing an. Einige habe ich hinter mir, manche liefen sehr gut und andere weniger. Bei einem Spaziergang versuchte ich nun, meiner Mama ein bisschen aus meinem (queer) Alltag zu erzählen. Von Leuten, die ich kennen lerne, und Veranstaltungen, die ich besuche. Aber nach einer Weile fühlte ich mich wie ein Alien.

Jetzt, zwei Tage später, fällt mir ein Besuch meiner Tante bei meinen Eltern ein. Sie hatte mit Menschen aus ihrem Tangokurs einen queer Tangoworkshop besucht. Sie erzählte uns, dass ihr der Umgang der Leute miteinander auf dem Workshop gut gefallen hatte. Man habe einander nach Pronomen gefragt und dazu stehen können und dürfen, nicht in vorgegebene Gender-Schubladen zu passen. Ich stimmte zu, dass ich das ebenfalls sehr schön finde und in meinem Alltag erlebe.

Ich fand es bemerkenswert, dass diese Lebensrealitäten im Gespräch Raum einnehmen konnten, weil meine Tante da war und davon erzählte. Von diesen Dingen, die mir seit einigen Jahren sehr wichtig und ein Teil von mir sind. Irgendwie war es wie eine Bestätigung, dass es diese Welt (von der ich ein Teil bin) wirklich gibt, und ich sie nicht erfunden habe.

P.S.
Amanda Palmer schreibt in „The Art of Asking“, das ich gerade angefangen habe, etwas, das mich daran erinnert: „Wir alle haben unsere Gründe dafür, warum wir gesehen werden, verstanden werden, akzeptiert werden und uns verbunden fühlen wollen. Jeder einzelne von uns möchte, dass ihm geglaubt wird“:

„BITTE. GLAUBT MIR.“

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4 Gedanken zu “Über Queer Sprechen

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