Zwitscher-Buchclub – You’re Never Weird on the Internet

Der Zwitscher-Buchclub las das 2015 erschienene Buch „You’re Never Weird on the Internet (Almost)“ von Felicia Day!

Ich wollte auch eine Sonntagsbeschäftigung! <3

Einführendes und eine Zusammenfassung des ersten Zwitscher-Buchs gibt es hier auf Satzsitz.de!

Ich kannte Felicia Day nicht, ironischerweise weil ich nicht geeky genug bin und Felicia Day immer wieder betont, dass sie ein bisschen zu geeky ist. Tja, Ansprüche.

Meine Lese-Notizen zu Teil 1 und 2 (Kapitel 1-8), da ich die erste Diskussionsrunde verpasst hatte!

Krass: Wo der eine Produzent meint, dass sie das Script für die Pilotfolge von The Guild nicht selbst geschrieben haben kann und „Frauen ja nicht gamen“. Hat mich sofort wütend gemacht beim lesen.

Stil: Am Anfang des Buchs wirkt sie soo unsicher und das stört komplett den Lesefluss! Ich fand aber, dass es viel besser wurde (ab Kapitel 4), sobald sie angefangen hat, tatsächlich zu erzählen anstatt hin- und herzugrübeln über ihre Kindheit.

: Ist sie nicht irgendwie zu jung um ihre Memoiren zu schreiben? Grade am Anfang denke ich, dass über seine Kindheit zu schreiben, bevor eins alt ™ ist, nur nach hinten losgehen kann.

Deswegen auch zur Frage von der letzten Diskussionsrunde, worüber eins überhaupt diskutieren könnte, denke ich schon sowas wie – (Kritische) Distanz, Lesbarkeit, was wird ausgelassen, was betont, wie wird hier trotz Memoir/ Sachbuch eine Geschichte erzählt.

 

Lustigerweise musste ich an das große & großartige Memoir von Simone de Beauvoir denken, und natürlich kann man da iwie wenig dran messen, aber vllt als „100% toll“ auf der Messlatte als Maßstab. Ich liebe es, dass SdB’s Anspruch und Motivation es aufzuschreiben war, dass sie es sich als kleinem Kind versprochen hatte, das alles aufzuschreiben. Und sie hat dann lange gewartet, bis sie genug Distanz hatte, um sowohl liebevoll als auch einigermaßen nüchtern auf sich selbst zu blicken (ich weiß, das sind keine objektiven Maßstäbe – eher eine Haltung, die beim Lesen durchkommt). Ich bekomme das Gefühl, dass FD ruhig noch ein bis einige Jahrzehnte mit dem Aufschreiben hätte warten können. Wenn auch die Technologien weiter zurück liegen und dann vllt noch einen größeren Erinnerungswert besitzen.

Was mir total gut gefällt, ist einen Einblick in Prozesse in ihrem Leben zu bekommen: ihre WoW-Sucht, ihr „Ausstieg“ daraus, die Entwicklung der Web-Serie.

Uh, super nervig (wie schon von anderen viel erwähnt wurde): Wie sie mit ableismus, fat shaming, bla nerv um sich wirft als wäre das iwie süß. Aber hey, vllt ist es ja für manche super privilegierte, gelangweilte Nerd-Jungs und -Mädchen süß.

Richtig ekelhaft finde ich auch die Homo- und Transfeindlichkeiten, die den Text durchziehen. Abgesehen von Sprachgebrauch gibt es ständig ein policing, was gender(-Auftreten & Identitäten) angeht. Ich bin eine Lady, deswegen schreibe ich nicht über Sex. Haha. Und so weiter. Kommt sicher von ihrer Lebensrealität, aber naja, why shove that in the faces of other geeks? Sind halt nicht alle cis und hetero, die dich lesen, FD, mehr awareness hätte ich extrem wichtig gefunden. Fühle mich krass unter den Bus geworfen davon, schwer zu beschreiben.

Wie oben gesagt, fand ich es bemerkenswert, dass sie das geek/nerd-Dasein so außergewöhnlich fand, aber vllt ist das ja eine Generationenfrage? Mir erscheint sie eher wie eine Person, die kreative Sachen macht und Erfolg hat und sich dabei auf ihre Interessen bezieht (basteln, Videospiele uvm.), und nicht wie eine seltsame Person und Außenseiterin.

Vermutlich ist „geek-oppression-Geheule“ ein ganz guter Begriff dafür:

Anders als @Natollie finde ich das Buch für mich aber gerade sehr passend und habe die beiden ersten Etappen fast in einem Rutsch durchgelesen, da mich die Dinge interessieren, über die sie schreibt – das Internet, Videospiele, Serien und kreative Dinge in diesem Internet und anderen Medien machen, und wie ihre Erfahrungen mit alldem gewesen sind!

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